Dienstag, 27. Januar 2015

Der Einstieg in die People-Fotografie 01



In der heutigen Zeit kosten Kameras nicht mehr viel. Man bekommt bei Online-Versandhäusern und in Elektro-Fachmärkten digitale Spiegelreflexkameras schon ab 300 Euro inklusive Objektiv. Klar, es sind Einsteigerkameras, aber um zu schauen, ob die Fotografie auch mit einer Kamera Spaß macht, die nicht in die Hosentasche passt und bei der man alles manuell einstellen kann, sind sie super.

Seid euch aber bewusst: Die Größe der Kamera ist nicht direkt entscheidend für die Qualität der Bilder. Man muss auch bei großen, teuren, hochwertigen Kameras fotografieren können, um das Maximum aus den Bildern herauszuholen.




Die Motive der ersten Bilder, die mit einem solchen Apparat gemacht werden, sind in der Regel die eigenen Kinder, der herumtollende Hund und Blümchen beim wöchentlichen Sonntagsspaziergang. Das ist alles super und macht viel Spaß. Diejenigen, die sich aber intensiver mit dem Hobby Fotografie beschäftigen, kommen nicht umhin, die Standard-Modi der Kamera zu verlassen, und dann werden sich auch in der Regel Themen finden, die es dann im Speziellen zu fotografieren gilt.

Dass auch intensiv engagierte Hobby-Fotografen sich auf alles und jeden spezialisieren können, ist jedoch auch unumstritten. Was tut man aber, wenn man „etwas“ fotografieren möchte, das man nicht alleine tun kann? Ich rede hier von Menschen. Es geht auch alleine, aber ob Selbstporträts dauerhaft das Optimum sind? Das kann sich jeder selbst überlegen.


Nehmen wir also an, ihr wollt damit beginnen, Menschen zu fotografieren, dann gibt es viele Optionen, viele Arten des Fotografierens und noch mehr Möglichkeiten, das Ganze umzusetzen.

Welche Unterschiede es gibt, wie man gut und relativ einfach starten kann und was es zu beachten gilt, werde ich heute aus meiner Sicht schildern und erklären.

Zuerst einmal sollte man sich überlegen, was einem an der People-Fotografie gefallen könnte. Ist es die Arbeit mit Menschen, also das gemeinsame Erarbeiten und Umsetzen von Ideen? Oder die Möglichkeit, auch mal so tolle Fashion-Bilder zu machen, wie man es aus den verschiedensten Zeitschriften und Plakaten kennt? Oder reizt einen eher das Natürliche, einfach Bilder von Menschen zu machen, um ihnen Freude zu bereiten und schöne Bilder zu bieten? Das Thema Street-Fotografie kann, je nach Ausprägung, auch zum Bereich People-Fotografie dazugezählt werden, darauf werde ich aber nicht eingehen, da es zu speziell ist.




Es stellen sich weitere Fragen: Was muss ich beachten, wenn ich Menschen fotografieren möchte? Muss ich rechtliche Bestimmungen beachten? Wo finde ich potenzielle Models und wenn ja, wie bringe ich sie dazu, sich von mir fotografieren zu lassen? Ich bin hauptsächlich in diesen Bereichen tätig und werde daher einige Fragen beantworten:


Was muss ich beachten, wenn ich Menschen fotografieren möchte?

Es ist wichtig (egal in welchem Bereich man mit anderen Personen zusammenarbeitet) dass man versteht, was der andere möchte. Zusammenarbeit heißt das Zauberwort. Gerade im Hobby-Bereich, wenn man auf sogenannter TfP-Basis arbeitet (TfP = Time for Pictures), ist ein Zusammenspiel von Model und Fotograf sehr wichtig. Hier geht es nicht um einen Job, sondern darum, dass alle Beteiligten ihren Spaß haben, um dadurch schöne Ergebnisse zu erzielen. Im People-Fotografie-Bereich geht es auch nicht mehr nur darum, was euch gefällt, ihr solltet auch die Wünsche und Bedürfnisse der Models berücksichtigen. Dann empfehlen sie euch auch weiter und haben Spaß an den Ergebnissen.

Bevor man anfängt, Menschen zu fotografieren, die auch eine gewisse Anspruchshaltung an den Tag legen, sollte man sich auf jeden Fall mit der Kamera vertraut machen. Während des Shootings die Schärfe, die Helligkeit und das Rauschen der Bilder dem Zufall zu überlassen, halte ich nicht für optimal.

Besser ist es, sich die Zeit zu nehmen und, wenn man im Freien Bilder machen möchte, vorab zu testen, welche Einstellungen relevant sind. Das Verstehen fotografischer Grundlagen ist die Basis für tolle Bilder in einer angemessenen Zeit. Die Grundlagen sind unter anderem Blende, Perspektive, Brennweite und der Einsatz von natürlichem oder künstlichem Licht. Dazu aber bald mehr.


Rechtliche Lage

Muss ich etwas Rechtliches beachten, wenn ich Menschen fotografieren möchte? Auf alle Fälle. Wenn ihr nicht gerade Selbstporträts macht, liegt das Persönlichkeitsrecht nämlich beim Model. Der Fotograf besitzt das Urheberrecht (Anm.: Copyright gibt es in Deutschland nicht. Wer das Bild gemacht hat, besitzt automatisch das Urheberrecht!) und die Persönlichkeitsrechte liegen beim Model. Um also Bilder veröffentlichen zu dürfen, benötigen beide Parteien die Einverständniserklärung des anderen.

Da die Beweiskraft mündlicher Verträge sehr schwach ist, empfehle ich Model-Releases, also Verträge, auf denen die Veröffentlichungsrechte geregelt werden. Wichtig sind hierbei die Adressen der Parteien, die Klärung der Nutzungsrechte und die Unterschrift der Parteien. Eine gute Vorlage findet ihr zum Beispiel auf Model-Kartei.de.


Wo finde ich potenzielle Models und wie bringe ich sie dazu, sich von mir fotografieren zu lassen?

Models zu finden, die „perfekte Modelmaße“ (falls es das gibt, und man es pauschal nennen kann??) haben, ist im Freundeskreis oftmals nicht so einfach. Aber das muss auch überhaupt nicht sein. Kaum ein Meister ist vom Himmel gefallen und ohne Fleiß kein Preis.

Wenn ihr die Technik einigermaßen beherrscht und euch daran probieren wollt, Menschen vorteilhaft abzulichten, findet ihr auf jeden Fall jemanden. Klappert eure Familie und euren Freundeskreis ab. Gibt es vielleicht jemanden, der gerne Schauspieler oder Sänger werden möchte? Das wäre doch dann für denjenigen eine gute Gelegenheit, sich mal etwas zu präsentieren.

Macht euch Gedanken, welches Outfit der Person steht, welche Location infrage kommt und gegebenenfalls, welche Ausrüstung ihr benötigt. Ihr müsst den ersten Models auch noch keine Versprechen über erstklassige Bilder machen. Es genügt oft, wenn ihr den Models einige Tage nach dem Shooting eure besten Bilder zukommen lasst.




Wenn ihr dann die ersten Porträts habt, könnt ihr euch zum Beispiel auch auf Model-Fotografen-Plattformen anmelden, um dort weitere Freiwillige zu finden. Wichtig ist hierbei, dass ihr euer Können angemessen einschätzt und entsprechend Models in eurem Umkreis sucht. Schaut euch dort um und schreibt Models an. Achtet nur darauf, nicht nur zu schreiben: „Hi, hab dich hier gefunden, Bock zu shooten?“ – wenn ihr darauf keine Antwort bekommt, ist das wenig verwunderlich.

Sinnvoller ist es, zu schreiben, warum ihr das Model anschreibt, was ihr für Pläne habt, Location, Outfit, Aufnahmebereiche, Verwendungszweck, Shootingdauer und vielleicht auch schon grobe Terminvorschläge. Je gehaltvoller eure Anfrage ist, desto sicherer ist eine Antwort.

Ob ihr zum Start auf ein Model zurückgreifen wollt, das Geld dafür verlangt, obliegt eurem Budget, es geht mit Sicherheit schneller voran, als sich mit TfP hochzuarbeiten, aber das ist eine Glaubensfrage – ich habe es ohne zu bezahlen geschafft und bereue es nicht.




So, das war's mal bis dahin von mir. Ich hoffe, ihr konntet ein bisschen was mitnehmen. Weitere Tipps zum Thema „Einstieg in die People-Fotografie“ werden folgen. Wenn ihr Fragen habt, fragt mich gerne. Und wenn ihr noch mehr Infos über mich haben wollt oder sehen möchtet, was ich selbst so fotografiere, also was ich tue, wenn ich nicht schreibe, freue ich mich auf einen Besuch auf meiner Facebook-Fanseite.

Und für den direktesten und schnellsten Kontakt schreibt mir gerne eine E-Mail: info@reckordzeitstudio.de

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