Mittwoch, 12. Dezember 2012

12.12.2012 - Umgang mit Kritik Teil 2/3



Hallo liebe Leser,

in Teil 2 des Blogs zum Thema "Umgang mit Kritik" geht es um das Annehmen von Kritik und der Tätigkeit des Kritisierens und warum es gut ist für einen selbst.

Warum ist es wichtig, Kritik zu bekommen und anzunehmen?


Wichtig ist, dass jedem bewusst sein sollte, wenn wir unsere Kunst öffentlich machen, wird sie betrachtet und es wird unterbewusst "geprüft" ob es einem gefällt oder nicht. Diejenigen, die dann ihre Meinung sagen, sind Kritiker und sollen auch als solche betrachtet werden. Es gibt sicherlich Momente, in denen man Kritik einfacher aufnimmt als in anderen Momenten, aber im Grunde lernt man (nur?) aus Kritik und sogenannten "Fehlern". Wenn man in einer Sache besser werden möchte, ist es wichtig, sich die Meinung anderer anzuhören. Ein Künstler hat eine persönliche Beziehung zu seinem Werk und daher fällt die objektive Betrachtung oft sehr schwer. Die Meinung anderer und besonders konstruktive Rückmeldungen helfen dabei, sich selbst Gedanken zu machen, ob man beim nächsten Mal alles genau so machen würde oder doch etwas verändert. Kritik lässt Menschen reifen. Auch wenn es oft schwer fällt es zu akzeptieren.

Warum ist kritisieren selbst wichtig? oder:

Was lernt man aus dem Kritisieren anderer Bilder?

Wenn man um Kritik geberen wird, entweder durch eine direkte Anfrage oder auch nur dadurch, dass ein Künstler ein Werk veröffentlicht, sollte man dies als Chance sehen. Bei einem Werk, das in das gleiche oder ein sehr ähnliches Tätigkeitsfeld fällt, in dem man selbst aktiv ist, kann man technisch konstruktiver kritisieren. Man nimmt sich dann automatisch die Zeit, das Bild zu analysieren und sich Gedanken zu machen, warum es ansprechend wirkt oder was eher störend ist. Das spannendste dabei ist, dass man die Kritik, die man einem Künstler macht, sehr gut auf sich selbst und seine eigene Kunst übertragen kann. Wenn zum Beispiel eine Lichtsetzung gewählt wurde, die einem beim Betrachten nicht zusagt, kann man etwas in der Art auch mal selbst probieren und vllt eine Möglichkeit finden, diese Art zu fotografieren doch so zu schaffen, dass sie anspricht. Wenn man etwas kritisieren möchte, von dem man wenig Ahnung hat, sollte man sich dennoch die Zeit nehmen um dem Ersteller seine Meinung zu sagen. Kann man natürlich nicht immer und überall und bei allem, aber wenn einem etwas gefällt oder eben nicht, kann man das gerne weitergeben.

In den Teilen 1 und 3 werden diese Themen angesprochen:

Teil 1:
Warum wirkt Kritik erstmal negativ?
Wie kritisiert man richtig?

Teil 3:
Wen und wie bittet man um Kritik?
Eigene Beispiele und die Bitte um Kritik zu diesem Blog

Ich bedanke mich für euer Interesse und freue mich über Feedback und über neue Fans auf Facebook

Gruß

reckordzeitstudio

Kommentare:

  1. Das Thema Kritik arbeitest Du jetzt aber gründlich auf. Dann kann ich Dir ja auch weiterhin Kritiken schreiben.
    Danke übrigens für Deine positive Gesamtkritik zu mir von gestern (Link).

    Wer immer nur "schön", "fein", "super" hört, verliert schnell die Bodenhaftung. Dabei sind nur wenige Bilder ganz ohne Fehler, mal ehrlich. Und Geschmacksfragen sind auch immer drin.
    Auch die Bilder der "Großen" in Fotografie und Bildbearbeitung rufen bei mir oft in der ein oder anderen Frage Kritik-Punkte hervor. Aber je mehr man gelernt hat oder je mehr Talent, desto weniger gravierend werden solche Punkte ausfallen und desto weniger technische tatsächliche Fehler wird jemand machen. Vor Kritik ist man natürlich nicht gefeit.

    Kritik annehmen heißt aber nicht, sich selbst über Bord werfen und es allen recht machen.

    Man sehe sich nur all die großen, unverstandenen Künstler in Fotografie, Malerei, Literatur an. Manche haben erst sehr spät überhaupt mal Anerkennung bekommen.

    Hätten die sich auf den ersten "Angriff" hin geändert, würde uns etwas fehlen. Picasso war umstritten, Expressionisten, etc.

    wie oft stehen Leute in einer Galerie, gucken verzweifelt und sagen "Das ist doch keine Kunst!" - naja, vielleicht doch, oder? Hängt von der Definition ab.

    Wenn ich Kritik bekomme, lenkt das meine Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Aspekt meines Bildes. Das Licht, die Schärfe, den Aufbau, die Platzierung der Objekte, die Färbung, den Look, oder sonst etwas. Und jeder dieser Aspekte verdient einen zweiten, dritten oder weiteren Blick. Wenn ich beschließe "das hab ich mit Absicht so gemacht", dann habe ich auch wieder etwas gelernt.

    Wenn ich kritisiere, lerne ich auch. Vor allem lerne ich, mein Gefühl für ein Bild in Worte zu kleiden. Leider sieht man zu oft Menschen, die gar nicht in der Lage sind, auszudrücken, was sie eigentlich meinen. Ein Bild gefällt/gefällt nicht... darauf kommt es an, aber warum?
    wenn ich nur Konsument sein will, unkritisch und aus dem Bauch heraus, dann muss ich keine Kritik üben. Wenn ich aber ein klares Bild vor Augen haben will, dann muss ich lernen.

    Ich kann aber nur entscheiden lernen, wenn ich analysiere.

    Das klingt jetzt hochtrabend, aber dafür reicht es ja schon, wenn ich meine Gedanken in Worte fasse. Wenn ich schreibe:

    "Das Licht wirkt diabolisch, aber Du hast einen sanften Engel fotografiert. Willst Du mir damit etwas sagen?"

    "Die Person schlägt mir einem Boxhandschuh, aber da ist keine Körperspannung"

    "Du hast einen riesigen Hund schräg von oben fotografiert und jetzt sieht er so elend und mickrig aus. Warum?"

    Fragen zu stellen, reicht oft. Das will ich damit sagen. Dass, was man sich grad sowieso fragt, einfach mal weitergeben. Daran lernt der Künstler viel.

    Hat der Künstler ein Model in fashion am Strand fotografiert und man kommentiert das Wachstum der Palmen am Rand, ist das eher wenig hilfreich, es sei denn, man will sagen, dass der Fokus falsch gesetzt ist.

    Mein Fazit: Man lernt fast mehr durchs Kritisieren als durch erhaltene Kritik. Sich von Person zu Person gegenseitig mit Kritik zu befassen, ist aber noch sinnvoller, denn dann MUSS man die Aspekte auch bei sich selbst beachten, um nicht "Aber Du!" zu hören zu bekommen.

    Übrigens heißt Kritik nicht immer Fehler suchen, sondern Beschreiben!

    "Mir gefällt das Bild, weil das sanfte Aussehen des Models sich auch im Licht wiederfindet und alle Accesoires den Eindruck unterstützen", mag ja nur Lob sein, aber ein "super!" hätte jetzt nicht den gleichen Effekt, oder?

    In diesem Sinne auf fröhliche Kritik.

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    1. Hallo Hyper,
      vielen lieben Dank erstmal!
      Da ist ja dein Kommentar länger als mein ganzer Text :)
      Gerne schreib ich noch mehr zum Thema, ich bin nämlich (auch dank dir) ein Fan davon geworden zu kritisieren und Kritik zu erhalten. Auch ich bin nicht davor bewahrt, den ein oder anderen Kommentar als persönlichen "Angriff" anzusehen. Allerdings ist das heutzutage nur noch sehr kurz und danach weiß ich es dann auch, einzuordnen und die Kritik als solche zu deuten. Ich will immer in dem, was ich mache besser werden, sonst würde ich es alles nur für mich machen und keinem Menschen zeigen.

      Dein Kommentar, liebe Hyper, ist sehr spannend zu lesen, viel wahres dran und die Ansichten auf Picasso und co machen den Text interessant.

      Mir gefällt es immer von dir Kritik zu bekommen, auch wenn ich wirklich anfangs dachte "was will die schon wieder, es darf auch mal etwas grau in einem schwarz-weiß-Bild sein" oder so ;)


      Liebe Grüße

      reckordzeitstudio

      ps.: du hast den Link vergessen ^^

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  2. Hi!
    Ich hab keinen Link vergessen, sondern nur Bezug genommen auf den Link, den Du mir gestern gesetzt hast. Blöd ausgedrückt.

    DICH habe ich nun wirklich traktiert mit Kritik. Und Du kriegst immer wieder ordentlich Dein Fett ab. Warum? Weil Deine Bilder es hergeben. Da ist genug Qualität um den Anspruch zu erheben, sie noch besser zu machen. Und ich weiß ja, dass Du es besser kannst. Und mittlerweile gehst Du damit wirklich anders um, das kann ich bestätigen.

    ich denke immer wieder: SUPER Bild, aber hier oder da kann er noch was lernen...

    Außerdem bearbeitest Du konsequent Themen weiter (Model, Rauch, etc), sodass es Sinn macht, Dir Kritik zu schreiben, weil Du es ja beim nächsten Mal umsetzen kannst.

    Als nächstes würde ich mir von Dir wünschen, dass Du mit Licht mehr machst, als die Szene aufzuhellen. Ich erklär Dir jetzt mal nicht mehr, denn Du weißt, was ich meine. Und Du weißt, dass ich auf der gleichen Baustelle arbeite.
    Und Deine Models brauchen Anweisung, wie sie stimmiger posen. Die innere Einstellung muss zur Pose passen, dann kommt es auch besser rüber.

    Bin gespannt, was von Dir kommt.

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    1. Ja, dass ich von dir mein Fett weg kriege, kann ich auch bestätigen ;-)

      und dadurch, dass ich inzwischen weiß, wie du es meinst, fällt es mir auch wirklich leichter es anzunehmen. Ich finde es wichtig, sich mit dem Thema Kritik auseinanderzusetzen.

      Ich mag es auch, mich länger mit einem Thema zu beschäftigen und immer wieder etwas neues umzusetzen um mich (wenn möglich) kontinuierlich zu steigern.

      Mit Licht kann man mehr machen als "hell"? ;-)

      Dass meine Models Anweisungen brauchen, weiß ich, und es wird auch immer besser besser (meiner Meinung nach)

      Ach ja, und den Link den du meintest ist der: http://reckordzeitstudio.blogspot.de/2012/12/11122012-warum-einen-blog-schreiben.html


      Gruß

      reckordzeitstudio

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  3. Hallo Ihr Beiden,

    ich verfolge eure Unterhaltung gerade mit großem Interesse. Dabei möchte ich auch noch einen kleinen Klecks von meinem Senf los werden.
    Ich würde schon mal gerne für das ein oder andere Bild eine Frage aussprechen oder gar etwas kritisieren, aber ich traue mich einfach nicht, weil ich ja noch ein blutiger Anfänger bin, und mir denke: Der/die hat sich schon was dabei gedacht. Es hat ja auch nicht jedermann meine Blickrichtung.
    Vielleicht liegt es auch daran, dass ich die Befürchtung habe, ich würde dann niedergetreten von den Könnern und Kennern und drücke mich damit selbst an die Wand.
    Vielleicht liegt es wirklich daran, dass Kritiker(ich auch) einfach Bammel haben, den damit auftretenden Gegenfragen nicht gewachsen zu sein.
    Aber eines werde ich zukünftig beherzigen. Wenn ich ein Bild wunderschön finde, wie zum Beispiel heute das Bild mit dem Nordlicht, dann kommentiere ich nicht einfach mit "Hammerschön" sondern schreibe dazu, warum ich das so empfinde. Zum Beispiel: Ein faszinierendes Farbspiel.

    Zum Schluss noch meine persönliche Meinung: Kritik ist äusserst wichtig, wenn man lernen und weiter kommen will. Das fängt schon bei ganz kleinen Kindern an und zieht sich durch alle Bereiche des Lebens.
    Ich persönlich bin für eine konstruktive Kritik immer dankbar, weil sie mich weiter bringt, mich auch mal von meiner eigenen Perspektive wegbringt und mir zeigt, dass andere Leute manches ganz anders sehen als ich.

    Ich werde auf alle Fälle noch ein paar Mal hier herein schauen, um zu sehen, was andere dazu posten.
    LG
    Peggy

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